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Feldhof Bachem
Feldhof 1-6
50226 Frechen
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Denkmalgeschützter Feldhof

Der Feldhof BachemLässt sich ein unter Denkmalschutz stehender, aber bereits deutlich geschädigter Vierseithof in Energiesparhäuser mit hohem Wohnwert verwandeln? Ja, das geht!

Seit Jahrhunderten ist der Feldhof eine für den Ort Bachem und seine Einwohner vertraute und die Landschaft prägende Anlage und wurde noch bis 2010 als landwirtschaftliches Anwesen betrieben.

Dann aber stand der Vierseithof leer. Der schon damals ziemlich desolate bauliche Zustand verschlechterte sich zusehends, teilweise drohte Einsturzgefahr, und in immer kürzeren Abständen fielen Vandalen ein, die sich in dem Gemäuer austobten.

Glücklicherweise beschloss der Bauherr, diesem Treiben ein Ende zu bereiten und in Anerkenntnis seiner geschichtlichen und geographischen Bedeutung für den Ort und das Landschaftsbild den Feldhof zu einer modernen, aber naturnahen Wohnanlage umzubauen. Dazu bedurfte es allerdings einer engen Abstimmung gleich mit mehreren Ämtern: neben denen der Stadt Frechen waren auch die Untere Landschaftsbehörde, die untere Wasserbehörde, das Rheinische Amt für Denkmalpflege sowie das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege involviert.

Hausdach mit GlasziegelnIn sechsjähriger Zusammenarbeit gelang die Realisierung eines faszinierenden Projekts, bei der alle Beteiligten großen Wert auf die Landschaftsverträglichkeit und die Einbindung der Gesamtanlage in die Topographie legten sowie auf einen respektvollen Umgang mit dem Boden- und Baudenkmal.

In die in Dimension und Erscheinung sehr unterschiedlichen Gebäude des Vierseithofs wurden sechs familienfreundliche, jeweils zweigeschossige Wohneinheiten mit individueller Atmosphäre und Größe eingefügt. Dabei musste im Sinne eines "pragmatisch-poetischen Weiterbauens" durchaus unterschiedlich vorgegangen werden, je nachdem wie weit Konstruktionen schon verrottet waren oder ob sie (den neuen Anforderungen entsprechend) repariert bzw. ergänzt werden mussten.

Stellenweise war das Fachwerk der Wände schon so desolat, dass die Füllung vollständig entfernt werden mussten, die hölzernen Balken aber repariert werden konnten. Eine neue Glaskonstruktion lässt nun das sperrige, krumme und abgenutzte Bauteil sichtbar bleiben, eine geglückte Verbindung von ehrwürdigem Alter mit funktionaler Moderne, die den Räumen einen besonderen Charme verleiht.

Historisches Fachwerk vor der Sanierung Historisches Fachwerk nach der Sanierung

Wegen der stark unterschiedlichen Grundkonstruktionen und Schadensbilder an der vier Häusern waren sehr differenzierte bauliche Veränderungen und konservatorische Maßnahmen notwendig, weswegen vier technisch-konstruktiv eigenständige Umbaukonzepte erstellt wurden. So entstanden Einzelhäuser mit einem ganz individuellen Charakter, weil sie jeweils unterschiedliche Raumgefüge und differierende Detailausbildungen haben.

Einfahren der Treppe Eingebaute Treppe

Diese Heterogenität könnte unruhig und irritierend wirken, hätte man sich nicht bei der Auswahl der Materialien vorwiegend auf Holz, Ziegelsteine und Glas beschränkt. Dadurch wird die Heterogenität in ein harmonisches Zusammenspiel gebracht.

Blick über die Terrasse auf den Teich.Die vier Hauptgebäude werden durch einen umlaufenden Sockel optisch und räumlich zusammengefasst. Es scheint, als liege der Feldhof wie eine Insel im Landschaftsschutzgebiet.

Zu diesem Eindruck trägt ein historischer Teich bei, der im Laufe der Jahrzehnte trockengefallen war, nun aber wieder zu einem Gewässer aufgestaut wurde. Dieser Teich recht nun wie früher wieder direkt an die Wohnanlage heran.

Dadurch konnte sämtliche Entwässerung der Dach- und Freiflächen in den Teich gelegt werden. Somit ist die versiegelte Fläche heute deutlich verringert als vor dem Umbau, und dies, obwohl die Anlage wesentlich intensivierter genutzt wird.

Obwohl alle Häuser denkmalgeschützt sind, wurden sie als Energiesparhäuser konzipiert. Sie erhielten eine Holzpelletheizung, die in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude untergebracht ist und die die Wohnungen mit angenehmer Wärme versorgt.

Die Reaktivierung des historischen Feldhofs ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass ein schützenswertes Baudenkmal sehr wohl einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden kann, ohne dass es seinen Charme und seinen landschaftsprägenden Charakter verliert. Konsequenterweise sprach die Jury des Holzbaupreises Eifel 2016 diesem Bauprojekt eine Anerkennung aus.

Plan der Umbauten

Eingangsbereich

Hofbereich des Vierseithofes

Treppenhaus

Innenräume

Untergeschoss mit freistehendem Stützwerk

Fotos: Tomas Riehle Architekturfotograf BFF DWB DFA