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Studentenwohnheim enercase
Universitätsring 8 g-h
54296 Trier
Tel.: (0)651 2013557
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Studentenwohnheim "Enercase" in Trier

Blick auf die beiden GebäudeteileMit dem Trierer "enercase" — einem Holz-Hybridbau — ist die gute alte Studentenbude in der Jetztzeit angekommen.

Vierort ist die Suche nach einer einigermaßen akzeptablen und auch bezahlbaren Unterkunft für Studierende zu einer Lotterie mit sehr viele Nieten und nur äußerst geringe Erfolgschancen geworden. So verbringt der akademische Nachwuchs oft viel zu viel Zeit damit, die Studienorte überhaupt erst einmal zu erreichen, weil sich erschwinglicher Wohnraum nur noch im weiteren Umland der Universitätsstädte findet.

Auf dem Campus der Universität Trier kann man seit 2015 eine großartige Lösung für dieses Problem besichtigen: Für rund 6,5 Millionen Euro hat dort das Studierendenwerk 84 Einzelappartements (davon neun barrierefrei) erstellt. Und dies in einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur knapp sieben Monaten!

Vormontage der ModuleMöglich gemacht hat die sensationell kurze Bauzeit eine modulare Holz-Hybrid-Bauweise. Dabei wurden die Gebäude aus vorgefertigten Elementen montiert. Diese Fertigelemente wurden dann bereits vor Ort in einer externen Fertigungsstraße, der sogenannten "Feldfabrik", zu Modulen zusammengesetzt, wobei jedes der 84 Module einer kompletten Wohneinheit entspricht.

Die Einheiten nahm dann ein Spezialkran an den Haken und setzte sie wie in einem Klötzchenspiel zu den beiden fertigen Gebäude zusammen. Damit dies funktionierte mussten die Einzelmodule exakt gefertig sein und bereits alle notwendigen Anschlüsse und Leitungen enthalten.

Aufeinandersetzen der ModuleDie Nettowohnfläche, die das Studierendenwerk mit den beiden "enercase"-Blöcken geschaffen hat, beträgt 1.650 m2, die einzelnen Appartements sind jeweils 19,6 m2 groß. Um auf einer solch knappen Wohnfläche höchsten Wohnkomfort zu schaffen, benötigt es eine maßgeschneiderte Möblierung. Hierfür entwarf der Bauherr in Kooperation mit den Trierer Caritas-Werkstätten Betten, Schränke, Ablageflächen und Küchenmöbel nach modernen Designansprüchen und ließ diese auch direkt in Trier herstellen. Und damit die Studierenden nicht durch Lärmbelästigung vom Arbeiten abgehalten werden, kam für den Trittschallschutz als Bodenbelag Linoleum aus 97 %ig nachhaltiger Produktion zum Einsatz.

Schließlich lauteten die Zielvorgaben des Studierendenwerks für den Neubau, er solle ökologisch, nachhaltig und energieeffizient werden, dabei höchsten Wohnkomfort bieten — und preisgünstig müssen die Unterkünfte natürlich auch noch sein.

Als Baumaterial wurde darum primär auf nachhaltig produziertes Holz als nachwachsenden Rohstoff gesetzt, das mit Stahlbeton, Gipsfaser und Glas kombiniert wurde. So bestehen die Wände der einzelnen Wohnmodule aus massivem Kreuzlagenholz, hierfür wurden rund 375 m3 FSC zertifiziertes Holz aus Bayern und Österreich verbaut und somit rund 430 Tonnen CO2 gebunden.

Neben einer guten Isolierung sorgen Solaranlagen auf dem Gebäudedach sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen für eine optimale Energieeffizienz. So wird ein Primärenergiebedarf von knapp 6 kWh/m2a erreicht, was noch unter dem KfW 40 Standard liegt.

Und was ist mit der letzten Zielvorgabe, dass die "Buden" preisgünstig sein sollten? Das sind sie in der Tat: Jedes der Appartements, voll möbliert und komfortabel ausgestattet, hat eine Warmmiete von lediglich 290 Euro im Monat — inklusive aller Nebenkosten wohlgemerkt.

Hier soll und kann man sich wohlfühlen, zumal auch das Drumherum dem Motto der innovativen enercase-Wohnanlage verpflichtet ist. Immerhin lautet der Wahlspruch von enercase "leben. lesen. lachen", und dementsprechend ist der Außenbereich gestaltet: Die Grünflächen sind naturnahe Blumen- und Kräuterwiesen, auf denen auch Obstbäume stehen. Demnächst wird man hier unter anderem den leider selten gewordenen "Roten Trierer Weinapfel" pflücken können. Und auch das schon zum Stadtbild vieler Städte gehörende "Book-Crossing-Center" fehlt nicht, diese rote englische Telefonzelle, in der man ausgelesene Bücher ablegen und neuen Lesestoff kostenlos mitnehmen kann.

Apropo selten geworden: Ein Herz zeigt das enercase für bedrohte Fledermäuse. Wie Studierende suchen auch die nützlichen Flugtiere heutzutage leider oft erfolglos nach "Wohnraum". Für sie schafft das enercase ebenfalls Raum, denn in die Außenfassade wurden zwei Fledermausquartiere integriert. Dies brachte dem Studierendenwerk als Bauherr bereits das NABU-Gütesiegel "Fledermäuse willkommen" ein.

Kurzum: Ob Studierender, Apfelsorte oder Fledermaus: Wer in dieser Wohnanlage eine Bleibe erwischt, hat in der Tat das große Los gezogen.

Abendstimmung zwischen den Gebäuden

Foto Abendstimmung: Sascha Kletzsch

Planskizze des enercon

Innenraum mit Einrichtung