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Laura Löhrer, Luis Blesken
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Website Tag der Architektur, Zeitungsbericht


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Niedrigenergie-Einfamilienhaus auf kleinstem Grund

Luftansicht des EFHFast wie ein Zaubertrick: Ein Niedrigenergiehaus auf dem denkbar schmalsten Grundstück, das Platz für eine komplette kleine Familie bietet. Möglich gemacht haben es die guten Ideen eines Architekten — und die Holzständerbauweise.

Bei dieser Aufgabenstellung hätte so mancher Architekt erschrocken abgewunken: Auf einem kleinen, vieleckigen Grundstück ohne rechten Winkel, auf dem die schmalste bebaubare Breite nur 3,65 m beträgt, sollte ein alleinstehendes Einfamilienhaus in Holzständerbau errichtet werden. Gewünscht wurde zudem ein großzügiger, offener Grundriss und ausreichend Platz für alle notwendigen Wohn- und Lebensräume.

Aber bitte: Hohen Ansprüchen bezüglich der Nachhaltigkeit sollte es ebenfalls genügen, denn "unser ökologischer Fußabdruck ist uns schon wichtig, wie die junge Bauherrin erklärte.

Rohbau in HolzständertechnikArchitekt Dipl.-Ing. Helmut Lorenz winkte nicht ab, sondern fand die Herausforderung reizvoll.

Herausgekommen ist ein eigenwilliges, bezauberndes, aber auch höchsten Ansprüchen gerecht werdendes Niedrigenergie-Einfamilienhaus über drei Etagen, das völlig zu Recht am Tag der Architektur 2016 als ein verstecktes Kleinod vorgestellt wurde. Der Architekt sah in dieser Veranstaltung eine gute Chance, sowohl dem Fachpublikum als auch potentiellen Bauherren zu demonstrieren, was mit gutem Know-How im Wohnhausbau mit Architekten zu realisieren ist. Selbst wenn die Bedingungen auf den ersten Blick als unmöglich erscheinen.

Die Forderung nach einem optimalen ökologischen Fußabdruck wurde zunächst einmal dadurch erfüllt, dass regionales Baumaterial verwandt wurde:

Neben der guten Ökobilanz von Holz hat die Holzständerbautechnik den Vorteil, dass sich mit ihr sehr gute Dämmwerte bei gleichzeitig besonders geringen Wandquerschnitten realisieren lassen. Dies erleichterte die Erreichung des Niedrigenergie-Levels durch

Ansicht von der StraßenseiteIm Zusammenspiel aller Faktoren ergibt sich ein Jahresheizwärmebedarf von 68,7 (kWh/m2a). Gedeckt wird der Energiebedarf ebenfalls klimafreundlich, nämlich über einen Luftwärmetauscher und Fußbodenheizung. Im Erdgeschoss vermittelt zudem ein Kaminofen eine Atmosphäre zum Wohlfühlen.

Sind die technischen Daten für dieses Haus schon imposant, so ist der ästhetische Eindruck erst recht begeisternd: Keine Außenwand ist gestaltet wie die andere, gemeinsam ist den Fassaden ein Wechselspiel von Holz und Glas.

So geben im Erdgeschoss hohe, fußbodentiefe Fenster Licht in die Räume, was der Fassade Leichtigkeit verleiht. Auf der Gartenseite reicht die gläserne Terrassentür von Wand zu Wand und lässt diese Front aussehen, als stünde das Haus auf einem Glassockel. Darüber in der ersten Etage geht ein breites Doppelfenster über nur eine Fassadenhälfte.

Ansicht von der RückseiteDas würde vielleicht kompakt wirken, wenn der seitliche Giebel des Spitzdaches, das die dritte Wohnetage abschließt, nicht wieder durch seine Fensterfront über die gesamte Giebelfläche Licht und Helligkeit vermitteln würde.

Leichtigkeit und Licht sind somit auch die prägenden Eindrücke, wenn man das Innere des Hauses betritt. Angesichts des engen und schwierigen Bauplatzes kann man kaum glauben, dass hier großzügige und offene Wohnräume gestaltet werden konnten. Aber genau das ist hier wunderbar gelungen.

Woran das junge Bauherrenpaar übrigens selbst maßgeblichen Anteil hatte: rund 80 % des Baus, vor allem der Rohbau, die Fassade und zum größten Teil auch der Innenausbau, erstellten sie in Eigenregie.

Für den Bauherrn, damals im ersten Lehrjahr der Zimmermanns-Ausbildung, und seine Frau war es eine tolle Erfahrung, die sie nicht missen möchten — trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) all der Mühen, Höhen und Tiefen, die das junge Paar in der Bauphase durchlebte, bevor sie ihr "Kleinod" beziehen konnten.

Rückseite des Gebäudes

Pläne des Hauses

Innenraum mit Einrichtung